Ausgangspunkt
2015 standen meine Frau und ich plötzlich vor einem äußerst umfangreichen Nachlass: Bilder, Grafiken, philosophische Abhandlungen, Briefe... Was tun? Sich unbesehen davon trennen oder der Sache auf den Grund gehen? Wir entschieden uns für Letzteres, ohne zu ahnen, was da auf uns zukommt. Im Nachhinein können wir sagen, es war viel Arbeit, viel Freizeit musste geopfert werden, Archivbesuche und Reisen waren erforderlich, wir haben viele freundliche und hilfsbereite Menschen kennen gelernt, bürokratische Hürden waren manchmal zu überwinden, unser Gesichtskreis hat sich wesentlich erweitert, Freundschaften wurden geknüpft, Ausstellungen mitgestaltet.
Sichten und Sortieren. Was ist alles da, womit fangen wir an, was kann aus Platzgründen abgegeben werden, was ist uns bekannt, wen kann man noch fragen, woher bekommt man weitere Informationen, wer könnte Interesse daran haben, lässt sich vielleicht etwas verkaufen?
Recherchieren und Sammeln. Wo kann man noch mehr über etwas finden? Eine wichtige Quelle ist dabei das Internet. Google ist beim Suchen fast unschlagbar. Vieles schlummert in Archiven. Gefundenes wird notiert, als PDF-Datei heruntergeladen oder schnell als Screenshot gespeichert. Weitere Quellen sind Bücher und im Idealfall Zeitzeugen.
Archivieren. Ist etwas von allgemeinem Interesse, dann kann es seinen Platz auch in einem Archiv finden. Das kann einen kompletten Nachlass einer Person betreffen oder auch Teile davon. Für Bilder und Grafiken kommen Museen oder auch Sammlungen in Frage. In unserem Fall waren dies das Stadtarchiv Weimar, der Kustodische Bestand im Archiv der Moderne der Bauhaus-Universität Weimar und die Kunstsammlung Maxhütte.
Veröffentlichen. Die Ergebnisse aller Nachforschungen sollten selbstverständlich auch der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden. Im allgemeinen sind das ziemlich zeitaufwändige Arbeiten. Für uns kamen dabei Artikel (siehe Folgeabsatz), die Mitgestaltung von Ausstellungen und das Anfertigen von Übergabelisten in Frage. Eine intensivere Zusammenarbeit gab es hierbei mit der Stiftung Finneck in Rastenberg, der Galerie Hebecker in Weimar und dem Archiv der Moderne.
Auf jeden Fall musste etwas gegen das Vergessen getan werden. Zu jeder Person haben wir so viele Fakten zusammengetragen, dass man jeweils ein Buch oder Büchlein hätte schreiben können. Aus Zeitgründen entschieden wir uns für die WIKIPEDIA, die für alle zugängliche freie Enzyklopädie. So entstanden mehrere neue Artikel. Bereits existierende wurden zum Teil umfangreich erweitert. Da sich immer wieder Querverbindungen auftaten, betraf das auch Artikel, die nicht direkt etwas mit dem Nachlass zu tun hatten. Mittlerweile ist aus der selbst auferlegten Pflicht mehr oder weniger eine Kür geworden. Man wird aufmerksamer und trägt dazu bei, Artikel in der Wikipedia zu perfektionieren.